Am 25.08.2009 habe ich zum ersten mal die 4000er Höhenmarke am Berg überschritten, sprich meinen ersten 4000er bestiegen. Ich wählte mir einen 4000er aus der nicht nur leicht zu besteigen war, sondern auch dessen Ausgangspunkt ohne große Umstände zu erreichen war. Denn obwohl das Breithorn mein erster viertausender werden sollte war es für mich nur als Trainingstour zum Akklimatisieren gedacht, denn drei Tage später stand der anspruchsvollere Mönch (4107m) im Berner Oberland auf meinem Plan. Zum Akklimatisieren und üben eignet sich das Breithorn hervorragend, weil man mit der Seilbahn bis Klein Matterhorn auf 3820 Meter fahren kann und der von dort aus knapp 400 Meter hohe Gipfelaufstieg eine reine Gletschertour bis ca. 35° ist. So kam es auch das wir die Tour bei eher schlechten Bedingungen starteten, weil ich die Change nicht verpassen wollte zwei bis drei Tage vorher noch Höhenluft zu schnuppern. Am frühen Morgen um 5.30 Uhr war der Himmel klar, aber als es hell wurde zog noch eine kleine Regenfront von südwesten über das Wallis und bis ich mit dem Zug vom Camping in Täsch bis nach Zermatt gefahren war regnete es auch schon und das ganze Tal war im Nebel. Also standen wir zu viert erst mal Ratlos an unserem Treffpunkt, der Talstation in Zermatt. Am Abend zuvor war für den Morgen schön Wetter gemeldet und jetzt hatten wir Wetter wo gar nicht an eine Tour zu denken war. Aber der Blick auf das Wetterradar zeigte uns dann, das dies nur ein schmales Wolkenband war, das in etwa einer Stunde vorbei gezogen sein sollte und wir dann bis zum Mittag ein Schönwetterfenster zu erwarten hätten. Wie das Wetter dann tatsächlich am Berg aussehen würde konnten wir nicht genau wissen, aber das Schönwetterfenster wurde uns ebenfalls per Anruf von einem Meteologen bestätigt und auch die Bergstation machte uns Hoffnung auf besseres Wetter in einer Stunde. Da wir eh noch knapp eine stunde mit der Seilbahn zu fahren hatten und wir vor meiner Mönchbesteigung keinen Termin mehr hatten um zusammen auf Tour zu gehen entschlossen wir uns erst mal für die Bergfahrt mit der Seilbahn. Auf der Bergstation angekommen bestätigten sich die Vorraussagungen. Es hatte aufgehört zu regnen und es war annähernd Windstill. Doch während sich rings rum alle Wolken verzogen, blieb eine den ganze restlichen Tag am Breithorn hängen. Jetzt hatten wir zwar rein zur Durchführung der Tour gute Bedingungen, aber leider keine Aussicht. In der Hoffnung das es etwas später noch "Aufreisst" oder wenn wir hoher steigen haben wir dann unsere Tour gestartet. Doch leider blieb es bis auf ein paar blaue Flecken über uns grau in grau. Aber vielleicht machte auch gerade das die Tour interessant, weil man nie den kompletten Weg bis zum Gipfel sehen konnte.

 

    Links das Breithorn und rechts unten unser Ausgangspunkt Klein Matterhorn.       Das Breithorn mit seinem mächtigen Gipfelplateau über dem Talschluss von Zermatt.

 

                                                                                                                                             Der Blick nach oben lässt auf besseres Wetter hoffen.

 

                                                                                                                                                    Die Bergstation Klein Matterhorn auf 3820 Meter.

 

                                      Als die ersten Sonnenstrahen durch den Nebel scheinen entschließen wir uns in guter Hoffnung doch zu starten.

 

  Von der Bergstation gehen wir zunächst entlang eines Skiliftes in südlicher Richtung auf das Breithornplateau. Am Bergschrund sind einige offene Spalten zu beachten.

 

                       Wir gehen die bis zu 35° steile Flanke Flanke diagonal von Ost nach West. Jetzt wird es für alle höchste Zeit die Steigeisen anzulegen.

 

Auf dem Westgratrücken angekommen können wir zwar nicht viel sehen, aber wir spüren das der Höchste Punkt jetzt nicht mehr weit ist.

 

Geschafft! Leider ohne den erhofften Ausblick, denn das Breithorn blieb an diesem Tag von einer Wolke verhüllt, während rund um Zermatt strahlender Sonnenschein war.

Kurze Verschnaufpause mit Müsliriegeln und ein paar Schluck aus der Trinkflasche.

 

  Der Weg ins nichts...Wir folgen dem Grat in Richtung Mittelgipfel und steigen über die Firnmulde östlich des Hauptgipfels zum Breithornpass ab, wo wir wieder auf unsere Aufstiegsroute treffen.

 

Zurück an der Bergstation Klein Matterhorn strahlt nicht nur die Sonne, sondern auch ich nach der erfolgreichen Besteigung und den neu gesammelten Erfahrungen und Eindrücken am Berg. Jetzt war ich mir sicher, das ich den konditionellen Anforderungen in der dünnen Höhenluft am Mönch gewachsen war und konnte mit einem guten Gefühl weiter ins Berner Oberland reisen. Auch deshalb weil für meinen geplanten Besteigungstag bestes Wetter gemeldet war.

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