Am 28.08.2009 reiste ich gut akklimatisiert von Zermatt nach Grindelwald im Berner Oberland um den Mönch (4107m) über den Südostgrad zu besteigen. Zwei Tage zuvor hatte ich bereits schon meinen ersten 4000er in Zermatt zur Akklimatisierung an die Höhenluft bestiegen. Für die Besteigung des Mönches der mein zweiter viertausender werden sollte habe ich mir einen Bergführer genommen, den ich morgens um halb 9 an der Kaffeebar auf dem Jungfraujoch erwarten sollte. In der Nacht zuvor, die ich in Grindelwald auf dem Camping Eigernordwand verbrachte konnte ich vor Erwartung an den nächsten Tag kaum schlafen und bald klingelte dann auch schon um 5.30 Uhr mein Wecker. Schnell sprang ich an dem kalten klaren Morgen in meine Kleidung und machte mich nach dem Frühstück auf zur Talstation der Jungfraubahn in Grund, wo ich gleich den ersten Zug um 7.10 Uhr via Jungfraujoch nahm. Wie geplant traf ich pünktlich um 8.30 Uhr meinen Bergführer, einen zweiten Gast und zwei weitere Gäste mit Bergführer. Schnell bildeten wir zwei dreier Seilschaften und deponierten noch unnötige Ausrüstung im Jungfraustollen. Nachdem alle bereit waren machten wir uns auf den Weg in Richtung Mönchsjochhütte, wo kurz vorher der Weg zum Einstieg auf den Mönch abzweigt. Das Wetter war Perfekt bei Temperaturen um den Nullpunkt, und so konnte unserer Besteigung nichts mehr im Wege stehen.

 

Halt an der Station Eigernordwand im Berginnern des Eiger. Auf dem Weg von der kleinen Scheidegg zum Jungfraujoch überwindet die Zahnradbahn auf einer Strecke von 9 Km 1400 Höhenmeter und 7 Km der Strecke führen durch den Berg. Die Endstation der Jungfraubahn befindet sich ebenfalls im Bergesinneren, auf dem in 3454 Meter höchst gelegenen Bahnhof Europas, woher auch der Name "Top of Europe" stammt. Mit einem Lift gelangt man auf die 3571 Meter hoch gelegene Aussichtsplattform der Sphinx und durch den Stollenausgang kommt man auf die Walliser Seite zum Aletschgletscher, der Ausgangspunkt unserer Besteigung an diesem Tag.

 

Grandiose Aussicht auf das Südliche Eigerjoch von der Station Eismeer der Jungfraubahn.

   

 

                                  Der Stollenausgang am Jungfraujoch                                                         Unsere Route über den Südostgrad auf den Mönch 4108m

   

Auf dem Weg vom Jungfraujoch zum Einstieg an der Südostflanke

   

Die letzten Vorbereitungen von Markus auf dem Gletscher am oberen Mönchsjoch.

 

                            Unten links die Mönchsjochhütte auf 3657Metern.

 

Am Einstieg in den Südostgrad geht es zunächst über Schutt und leichte Felsstufen aufwärts.

 

Später folgen kurze Firnabschnitte und dem Grad folgend erreicht man dann schwierigeres Felsgelände im 2. Schwierigkeitsrad

 

 

 

                                                 Mein Bergführer Markus und ich.

 

Im oberen Teil wird der Aufstieg am Grad Firnig und ziemlich steil bis zu 35° .                  Im Hintergrund das Wetterhorn und rechts das Schreckhorn

 

 

Links die Fiescherhörner mit dem Finsteraarhorn und rechts der Trugberg 3933m.               In der Mitte die Jungfrau und unterhalb das Jungfraujoch.

 

 

 

 

 

                                                                                                  Der Grosse Aletschgletscher, der flächenmässig grösste und längste Gletscher der Alpen

 

  Das fast 600 Meter tiefer gelegene Sphinx-Observatorium auf dem Jungfraujoch

 

 

Die letzte Querung an der Messerscharfen Gradschneide zum Hauptgipfel habe ich mir allerdings erspart. Der extrem matschige Schnee auf blankem Eis am Mittag und dazu die Tatsache das die steilen Flanken links 600 Meter und rechts 1000 Meter in die Tiefe abfallen ließ mich die schwere Entscheidung treffen nicht noch die paar Meter zu queren. Das konnte aber mein Erlebnis am Mönch nicht schmälern. Im Gegenteil, ich habe dadurch gelernt wo meine Grenzen sind und wann es Zeit ist umzukehren. Ich glaube diese Entscheidung und meine Ansage dazu an die Seilschaft hatte bestimmt selbst mehr Mut gebraucht als die Querung zu gehen. Aber man sollte sich immer im klaren darüber sein das sich viele Bergsteiger gerade durch das unstillbare Verlangen einen Berg zu besteigen überschätzen und weit über ihre physischen und psychischen Fähigkeiten hinausgehen, was danach oft als Unfallhintergrund erkennbar ist. Darum: Bei einem unguten Gefühl lieber einmal mehr umkehren als mit zuviel Ehrgeiz etwas zu riskieren! Statistisch gesehen ist der Mönch nach dem Matterhorn der zweitunfallträchtigste Berg der Schweizer Alpen, wobei sich die meisten Unfälle am Südostgrad ereignen!Auch wenn die Besteigung eines Berges noch so schön ist, ist es kein Berg der Welt wert sein Leben dafür zu riskieren

 

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